Expertenwissen

Kronensicherung & Schnittzeit

Dynamische Kronensicherungen und der richtige Schnittzeitpunkt unterstützen die fachgerechte Baumpflege.

Kronensicherung

Die häufigste Versagensart bei Bäumen ist das Ausbrechen von Starkästen oder Kronenteilen. Um diese Gefahr zu vermeiden, ohne die Krone stark zurückzuschneiden, gibt es verschiedene Arten von Kronensicherungen. Von uns werden die dynamischen Systeme COBRA, BOA und GEFA verbaut.

COBRA und BOA sind Seile, die je nach Bedarf direkt von der Rolle abgelängt werden. Von GEFA wird von uns hauptsächlich das Gurtband verwendet, was ebenfalls in der Länge flexibel abgelängt wird.

Vorteile dynamischer Sicherungen

Die dynamischen Sicherungen haben gegenüber früheren starren Verbindungen einige Vorteile:

  • Anpassungsfähige Montage ohne Werkzeug
  • Einfache Kontrollen
  • Förderung des Kompensationswachstums
  • Automatisches Mitwachsen
  • Scheuerschutz und Spreizband

Durch die Dehnung des Hohltaus kann sich der gesicherte Kronenteil bewegen. Dadurch kommt es weiterhin zu nötigen Holzeinlagerungen an den belasteten Stellen. Der Baum versucht sich weiterhin selbst zu stabilisieren.

Durch eine Schlaufe wird das Dickenwachstum des Stämmlings nicht be- oder verhindert.

An den umschlingenden Stellen wird ein Scheuerschutz eingebaut, was ein Einschnüren bei Windbewegungen verhindert. Ein Spreizband verteilt den Druck auf die umschlungenen Stellen.

Schnittzeitpunkt

Im Gegensatz zu früher wird heute in der Baumpflege das Schneiden in baumaktiver Zeit bevorzugt. Hierfür sprechen einige Gründe:

  • Der im Saft stehende Baum reagiert sofort auf die Wunde und versucht durch Zellaktivierung die Wunde abzuschotten, um einen Fäuleeintritt zu verhindern.
  • Die Schnittstellen können nicht durch starken Frost zurückfrieren bzw. austrocknen.
  • Es kommt nicht zum Absterben der Astenden.
  • Die Schnittstellen werden durch verbleibende Ableiter sofort mit Assimilaten versorgt.
  • Der Assimilatefluss ist für die Wundreaktionen entscheidend und läuft von den Blättern in Richtung Wurzel.
  • Die Schnittstelle wird durch verbleibende Zweige mit Blättern beschattet.
  • Es geht von der Schnittstelle weniger Wundreiz aus.
  • Regenerationstriebe sind seltener.
  • Die Wuchsphase ist bei späterem Schnitt weitgehend abgeschlossen.
  • Regenerationstriebe bleiben aus.
Ein Baumschnitt unter minus 5 Grad Dauerfrost ist laut ZTV nicht zulässig.

Als Beispiel für falschen Schnitt und Schnittzeitpunkt dienen unzählige Bäume, denen jeden Winter ihre gesamten Feinäste entnommen werden und die im Sommer darauf wie Besen in den Gärten stehen.

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